Musikverein 2000

2000 ist allerdings auch ein ganz besonderes Herbstkonzert angesagt. Star -Trompeter Walter Scholz ist zu Besuch. „Ich habe die Kapelle ins Herz geschlossen,“ sagt er später und gibt damit dem gesamten Orchester einigen Auftrieb. Er weiß aber auch, wem ein Großteil dieses Erfolges zuzuschreiben ist. „Alles liegt am Dirigenten“ – und er ernennt Walter Spicher gar zum „Karajan des Oberbergischen“. Eines der Highlights des neuen Jahrtausends ist die Reise nach Tschechien im Frühjahr 2001. Wieder einmal ist der Musikverein Vertreter des kulturellen Lebens in Lindlar. Man begleitet das Freilichtmuseum auf seinem Besuch bei einem befreundeten Museum in der Wallachei und freut sich über die Gelegenheit, sich auch im Ausland präsentieren zu können. Noch im selben Jahr wird klar, dass Walter Spicher aufgrund gesundheitlicher Probleme für eine Weile nicht arbeiten kann und damit auch die Leitung des Musikvereins zunächst nicht fortsetzen kann. Hervorragender und dankbar angenommener Ersatz kommt aus den eigenen Reihen. Berthold Blumberg, seit mehr als 10 Jahren Vorsitzender des Vereins und inzwischen Leiter des Jugendorchesters, übernimmt seine Vertretung. Auch unter seinem Dirigat feiert der Verein große Erfolge. 2001 ist wieder das Stadtorchester Markneukirchenzu Gast und man freut sich über das Wiedersehen mit alten Bekannten. 2003 ist das Jahr der Veränderungen. Christoph Klein wird Vorsitzender, zum ersten Mal veranstaltet man ein Wunschkonzert – das Publikum darf sich auf dem Herbstkonzert einige Stücke aus einer Liste für das Frühjahr wünschen. Walter Spicher kehrt schließlich als Dirigent zurück und im Herbst wird die Jugendarbeit auf die ganz kleinen Nachwuchsmusiker ausgeweitet. Der MVF bekommt ein Miniorchester, das ebenfalls von Berthold Blumberg geleitet wird und im Frühjahr 2004 zum ersten Mal auftritt. Im Sommer 2004 können sich die Vereinsmitglieder eine Sommerpause ohne die Mitmusiker nicht mehr vorstellen. Man führt einen Stammtisch ein, der jeden Donnerstag zur Probenzeit im Bistro stattfindet, um den „Entzug“ vom Vereinsleben ein wenig leichter zu machen. Im Spätsommer 2004 stellt das Blasorchester „Biranj“ aus Lindlars Partnerstadt Kastela in Kroatien das Musikerleben der Frielingsdorfer für einige Tage auf den Kopf. Durch Konzerte, gemeinsame Feiern und wenig Schüchternheit auf beiden Seiten entsteht eine neue Freundschaft. Schon 2005 soll der Gegenbesuch stattfinden. Zum Herbstkonzert 2004 hat der Musikverein „The Voices“ eingeladen, den renommierten Chor aus Bergneustadt. Die Zusammenarbeit mit einer Vokalgruppe bringt völlig neue Herausforderungen mit sich. Im Jahr 2005 schließlich herrscht wieder Aufbruchstimmung. Es gilt, das große Jubiläum zu planen. Harald Ammermann wird neuer Vorsitzender und der Vorstand insgesamt verjüngt sich erheblich. Damit spiegelt er das immer noch erstaunlich niedrige Durchschnittsalter des Orchesters wider. Im Juni steht endlich der Gegenbesuch in Kastela an – leider konnten sich diesen Termin nicht alle freihalten, so dass nur eine relativ kleine Gruppe zur Reise antrat (siehe „MVF in Bildern“). Die Daheimgebliebenen wissen spätestens nach der Rückkehr des Orchesters, dass ihnen wirklich etwas entgangen ist. Auch in diesem Sommer trifft man sich wieder zu den Stammtischen. Allerdings bringt das bevorstehende Jubiläum eine Menge Arbeit für Vorstand, Festkomitee und selbst für die an der Organisation nicht unmittelbar Beteiligte, so dass man sich schon am Ende der Sommerferien im Musikhaus einfindet, um eine der wichtigsten Einkünfte des Großereignisses zu sichern: Die Lose. 20 000 müssen geklebt und gefaltet werden. Auch das nimmt man mit Humor – solange genug Kölsch da ist. Während die Vorbereitungen fortschreiten, geht das Vereinsleben natürlich weiter. Das Herbstkonzert wird in Zusammenarbeit mit dem Musicalprojekt Oberberg veranstaltet, für das laufende Jahr wird schon für die Carmina Burana geprobt, die im Oktober 2006 mit großem Erfolg aufgeführt wurde (siehe „Konzerte“), und im Oktober 2005 sind die MVF-Musiker sogar noch zu Besuch in Markneukirchen.