Gründung des MVF

Das Bergische Land gehörte zur Rheinprovinz im Königreich Preußen. In Lindlar begann 1856 die dritte Legislaturperiode des Gemeinderates unter dem Bürgermeister Wilhelm Hofstadt. Frielingsdorf, schon im 15. Jahrhundert als „Dorf“ bezeichnet, war auch 1856 neben Lindlar als zentraler Ort anzusehen. Seit 44 Jahren hatte es nun schon eine selbständige katholische Pfarrei. Die seit sechs Jahren bestehende zweizügige Schule wurde von Lehrer Mundt betreut.

Es war der unter dem Pastor Matthias Schmitz als Küster und Organist tätige Friedrich Sauermann (geb. 1830), der ganz entscheidend zur Entwicklung des Frielingsdorfer Musiklebens beitrug. Friedrich Sauermann rief mit weiteren vier Mitgliedern, die Namen sind leider nicht mehr feststellbar, 1854 eine Musikgemeinschaft ins Leben, aus der im Jahre 1856 der Musikverein Frielingsdorf entstand.

Als bekannter Mitgründer des Musikvereins Frielingsdorf wird in den Vereinsbüchern der „Dicke Grades“ genannt, der Urgroßvater der ehemaligen Inhaber der Schank- und Büffetbau-Firma Müller in Habbach.Wie den Vereinsbüchern weiter zu entnehmen ist, führte Friedrich Sauermann 30 Jahre den Musikverein Frielingsdorf. Seinen Sohn Johann Albert Sauermann ließ Vater Friedrich den Beruf des Orgelbauers erlernen, sicherlich nicht ohne Hintersinn.

Im Jahre 1886 übergab Friedrich Sauermann die musikalische Führung an seinen Sohn Johann Albert. Da Johann Albert Sauermann seit 1886 als Organist der Kath. Pfarrkirche wirkte, war er für die Musikerziehung in Frielingsdorf die geeignete Person. In diesem Zusammenhang sollte auch erwähnt werden, daß J. A. Sauermann die Kirchenorgel baute. Gleichzeitig war er Dirigent des Kirchenchores und erweiterte den anfangs bestehenden Männerchor zu einem gemischten Chor.

Warum Friedrich Sauermann seinem Sohn im Alter von erst 56 Jahren die Leitung des Musikvereins übergab, ist nur zu mutmaßen – Senior Sauermann war unter dem Junior bis kurz vor seinem Tode im Jahre 1912 als aktiver Musiker tätig.

Die bekannten aktiven Musiker der ersten Jahre unter J. A.Sauermann waren Johann Buchholz (Es-Tuba), Jakob Wurth (Trompete), Karl Klein, Zäunchen, und Julius Voss, Roderwiese (Posaune).