125 Jahre Musikverein

Anfang der 80er Jahre steht schließlich wieder ein großes Jubiläum an. Das 125-jährige Bestehen des Musikvereins Frielingsdorf soll gefeiert werden. Etwa drei Jahre lang bereitet man sich auf das große Fest vor. Vom 8.-10. Mai 1981 schließlich ist es soweit. Im Zelt neben der Kirche wird drei Tage lang das Jubiläum zelebriert – mit einem großen Festkommers am Freitag, dem Konzert der Gastorchester Dürscheid und Wipperfürth und natürlich dem abschließenden Sternmarsch am Sonntagnachmittag mit 15 Gastvereinen.

Die abschließende Feier dauert bis in die Morgenstunden und weist als Höhepunkt den Auftritt des „Colonia Duetts“ auf. 1982 fällt der Musikverein vor allem aufgrund seiner hervorragenden Jugendarbeit auf. 20 Jugendliche unter 18 bilden das Jugendorchester, das ebenfalls von Rudi Hommel geleitet wird. Die Jugendlichen helfen bei jeder Gelegenheit im Hauptorchester aus und senken den Altersdurchschnitt auf nur 21,5 Jahre. Ihre Betreuung obliegt Jutta Lüdtke, mit der 1982 auch im Vorstand des Musikvereins die Emanzipation Einzug hält. Sie ist das erste weibliche Mitglied und erst 21. Die Jugend bringt Schwung in den Verein und bestreitet den Familienabend in diesem Jahr fast allein. Im April des gleichen Jahres tun sich 11 der 15 „Kulturtragenden Vereine der Gemeinde Lindlar“ zusammen und geben ein erstes gemeinsames Konzert im Kulturzentrum, das vom Publikum sehr gut aufgenommen wird.

1984 stirbt Ehrendirigent Josef Frielingsdorf im Alter von 73 Jahren nach langer Krankheit und wird vom Musikverein zur letzten Ruhe begleitet. Die folgenden Jahre charakterisiert wieder der ganz normale Musikvereins-Alltag. Zwischen Goldhochzeiten und Schützenfesten scheint dem Vorstand allerdings entfallen zu sein, dass Karl Blumberg 1984 sein 25. Dienstjubiläum als Vorsitzender hat. Erst im Jahr darauf bei der Generalversammlung fällt das Versäumnis auf – und man erfindet kurzerhand das Jubiläum der „25. Wiederwahl zum Vorsitzenden“. An Kreativität hat es den Musikvereins-Mitgliedern nie gemangelt. 1987 legt Rudi Hommel aus gesundheitlichen Gründen den Taktstock nieder.