Musikverein Frielingsdorf e.V. 1856

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Herbstkonzert 2000 Drucken E-Mail
Geschrieben von: Florian Kronenberg   
Montag, den 02. April 2007 um 11:53 Uhr
Das diesjährige Herbstkonzert stand ganz im Zeichen von Walter Scholz. Bereits zum dritten mal kam es nach 1991 und 1994 zu einem gemeinsamen Konzert mit dem Solisten. Aber nicht nur im Zusammenspiel mit Walter Scholz wußte der Musikverein zu überzeugen. Insbesondere auch die aufgeführten Orchesterstücke wurden vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen.

Ausführlich Informationen in den nachfolgenden Zeitungsartikeln.

Oberbergischer Anzeiger vom 30. November 2000

Ein Trompetenstar ohne Allüren

Walter Scholz musizierte gekonnt mit dem Musikverein Frielingsdorf

Lindlar — Startrompeter Walter Scholz ist ein Spitzenkönner in allen Sparten der U-Musik. Seit seinem sechsten Lebensjahr spielt er Trompete, studierte bei dem berühmten Franz Willi Neugebauer und war über 30 Jahre Solotrompeter beim Radioorchester Baden-Baden. Seitdem gastiert er in der Alten und Neuen Welt mit den besten Dirigenten.

Nach Lindlar aber kam er schon dreimal, weil er den Musikverein Frielingsdorf mit seinem Dirigenten Walter Spicher ins Herz geschlossen hat. “Was ist der Solist ohne gute Begleitung? hier habe ich alles!” schwärmt er. Die Kontakte des Musikvereins fördert der Kulturbeirat Lindlar. scholz1oazDie Lindlarer jubelten im proppenvollen Saal des Kulturzentrums über das Wiederhören. Dirigent Spicher hob den Stab, Trommelwirbel, Zwölf Trompeten erhoben sich und bliesen filmreif die von Scholz komponierte Erkennungsmelodie, bis er strahlend die Bühne betrat  und mit einstimmtc. Seine bekannten Highlights wie Mitternachtsblues oder Stranger in the Night,weit entfernt von Hardrock und Techno, wärmten das Herz. Musikvereinsvorsitzender Berthold Blumberg begrüßte das Publikum und stellte seinen Kollegen Harald Ammermann als Moderator vor, der zu jedem Geschehen auf der Bühne Kundiges zu sagen hatte.

Scholz besitzt einen unglaublich großen Atemfundus, der Fortissimotöne bis in schwindelnde Höhen schmettern lässt, die jedes Mal hinter der Bühne Nachhall erzeugten. Der Startrompeter beherrscht sein Instrument so absolut, dass ihm alle Nuancierungen offen stehen, auch sehr weiche im Echoklang. Seine ausgefeilte Zungentechnik ist faszinierend, auch “Teufelszunge” genannt. Doppeltöne, Triller und schnellste gestoßene Tempi bringt er mit spielerischer Leichtigkeit. Der Musikverein war mit Temperament und mitreißenden Rhythmen der ideale Partner.

 Die eigenen Vorträge zeigen seine Vielseitigkeit: “Pusztaklänge”, Sehnsucht und “Highlands” im Nebel mit vorbeiziehender Militärkapelle. “Oregon" Landschaftsbilder, die Bayrisehe Solistenparade, wo jedes Register ein bravouröses Solo hinlegte, und als Höhepunkt “Granada” mit schmissigen Stimmungswechseln und dem prächtigen Trompetensolo von Wolfgang Feykens. Spicher dirigierte streng und exakt, jeder bekam seinen Einsatz. Nachahmenswert! Die jungen Musiker folgten ihm mit Begeisterung; hier gibt es keine Nachwuchsprobleme.

Weitere zungenbrecherische Highlights mit dem Stargast “Ciribiribin”, “O mein Papa” mit Tiefgang und “Der alte Dessauer” mit eklatanten Einlagen von ihm,.Scholz2Oaz Bravo- und Zugaberufe jede Menge. Nochmal ließ er die  längsten Triller vibrieren, dann nahm er das Mikro, um sich für den üppigen Besuch und die tolle Begleitung zu bedanken. Der Musikverein Frielingsdorf präsentiere absolutes Können, an der Spitze Walter Spieher. “Ohne Ubertreibung, ich nenne ihn den Karajan des Oberbergischen Kreises!” Scholz hat keinerlei Starallüren, er pflegt menschliche Kontakte, das prägt sein Spiel.

Den “Radetzkymarsch” dirigierte er selbst, gab aber bald ostentativ den Stab an den Eigentümer zurück. Mit der letzten Zugabe “Muß i denn”, gespickt mit seiner Zungenakrobatik, verabschiedete er das begeisterte Publikum. Im Foyer setzte anchließend ein Sturm auf seine CDs ein, die er bestens gelaunt signierte. 

Bergische Landeszeitung vom 28.November 2000

Herbstkonzert des Musikvereins Frielingsdorf mit Gast-Star Walter Scholz im Kulturzentrum

Star-Trompeter kürte Dirigenten

dfm Lindlar. Frenetischer Beifall und stehende Ovationen krönten am Sonntag das Herbstkonzert des Musikvereins Frielingsdorf mit Gasttrompeter Walter Scholz im Lindlarer Kulturzentrum. Nach der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden Berthold Blumberg, startete das Konzert mit einem imposanten Auftakt: der Erkennungsraelodie des Startrompeters.

Gemeinsam luden der Musikverein Frielingsdorf, unter der Leitung von Walter Spicher, und die Trompetenlegende Walter Scholz das Publikum zu einem ScholzBlzgenüsslichen musikalischen Streifzug ein. Als kompetenter Reiseführer fungierte Harald Ammermann, der von Station zu Station führte. Leicht swingend und in einfühlsamer Harmonie begleitete die Kapelle die einzigartig gespielten Trompetenkläng e ihres bekannten Gastes bei einem furiosen “il silenzio” über ein kraftvolles ‚Strangers in the Night” bis zum “Mitternachtsblues” in die Welt der populären Musik.Geführt von der Klarinette machte der Musikverein einen facettenreichen Abstecher in die Puszta. Ausgelassene Zigeunerlänze, galoppierende Pferde, behäbige Ruhe oder feurige Stimmung eines ungarischen Festes setzte das 50-köpfige Blasorchester gekonnt in Szene. Mit ‚Oh mein Papa aus der Feder von Paul Burkhard durchströmte Zirkusluft musikalisch den Saal, bevor sich die ‚.Bayrische Solistenparade, die volkstümliche Ehre gab. Dabei zeigten die Frielingsdorfer ihr eindrucksvolles Können in jedem Register.

Temperamentvoll mit Kastagnetten ging die Reise nach der Pause weiter mit “Granada‘einem feurigen Streifzug durchs sonnige Spanien. Im unaussprechlichen ‚Ciribiribin‘ demonstrierte Walter Scholz mit seinem Instrument einmal mehr warum er von Kennern der Trompeten-Musik mit dem Namen “Teufelszunge” belegt wurde, Mit “A Highland Rhapsody” wurden das schottische Hochland lebendig. Mit leisen Tronmmeln näherte sich eine Millitärkapelle, zog mit kraftvollem Tutti und fulminanten Percussionseinsatz daher, um sich immer leiser werdend zu entfernen.

Mit ausgefeilter Zungentechnik und Virtuositat verabschiedeten sich Walter Scholz in ‚Time to say good bye” noch lange nicht von den vorwiegend jungen Musikerinnen und Musikern des MV Frielingsdorf. Nach einer ternporeichen Zugfahrt durch “Oregon” ergänzten sich Kapelle und Solist beim Bravourstück ‚der alte Dessauer”, einer italienischen Volksweise entstanden gegen Ende des 18. Jahrhunderts zum glanzenden Finale.

“Ich habe die Kapelle ins Herz geschlossen”, lobte der Startrompeter die tollen Leistungen seiner Gastgeber und versprach sich für die musikalische Förderung seiner Frielingsdorfer Freunde einzusetzen, die er schon zum dritten Mal besuchte. “Alles liegt am Dirigenten‘, machte der langjahrige Trompetensolist des Rundfunksinfonieorchesters in Baden-Baden seiner Begeisterung Luft. Mit reichlich Erfahrung in der Klassik sowohl als auch in der leichten Musik, ernannte der Vollblutmusiker den Dirigenten des Musikvereins Frielingsdorf Walter Spicher, zum “Karajan” des Bergischen Kreises.

 
Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 22. Juni 2007 um 15:03 Uhr